Duisburger Ausbau von Schulraum in der Kritik

Sitzung des Duisburger Schualausschuss am 17.04.18

Vor allem wurde kritisiert, dass sich der Schulträger in Duisburg seit Jahren "im Krisenmodus" befindet und eine Reihe von hektischen Entscheidungen die Möglichkeiten für ruhigere und bessere Planungen verhindern.

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Dabei ist so viel Geld da wie noch nie: Zusammen mit den bereits zugewiesenen Förderbeträgen (KiDu, Gute Schule 2020, KInvFG...) und mindestens 100 weiteren Millionen, die noch aus Berlin erwartet werden, kann in den nächsten Monaten und Jahren mindestens eine Viertelmilliarde für Duisburger Schulen verplant werden.

Jetzt wurden aber vor allem "schnelle" Maßnahmen beschlossen, die sich leider oft zusätzlich belastend für Lehrkräfte auswirken werden:

  • Es wurden weitere Container-Aufstellungen beschlossen, wobei der Gebäudedienstleister der Stadt zuletzt versäumt hat, die Planungen umzusetzen.
  • Mit zahlreichen neuen Dependance-Lösungen wird eine schlechte Strategie, die bislang vor allem die Gesamtschulen betraf, verstärkt verfolgt und auch für Grundschulen übernommen. Hier werden Lehrkräfte - sowieso schon ein knappes "Gut" in Duisburg - in Autos und auf Straßen zum Pendeln statt in Unterricht und Förderung geschickt.
  • Die Anbauten und Erweiterungspläne können eine Lösung für den einzelnen Standort, aber ein falscher Schritt für die Gesamtplanung sein.
  • Es werden zu große Grundschulen geschaffen. Eine ideale Grundschule sollte dauerhaft nicht über die Dreizügigkeit hinausgehen, das verbieten die Ansprüche von Grundschulpädagogik und inklusiver Schulentwicklung. Wenn sich die Schüler*innen einer Jahrgangsstufe kaum noch kennen (und schon gar nicht mehr die in den Stufen über und unter" ihnen) werden auch die Bedingungen für erfolgreiches pädagogisches Arbeiten der Kolleg*innen erschwert.

Im September soll die von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke geforderte "Denkpause" im Schulausschuss stattfinden. Es sollen grundsätzliche Entscheidungen, was für die Entwicklung der Duisburger Schullandschaft, auf Basis einer breiten Datengrundlage getroffen werden.

Das ist überfällig, wenn man aus dem "Krisenmodus" herauskommen und sinnvolle mittel- und langfristige Entscheidungen treffen will.