NRW „spart“ an Duisburg Schulen

NRW „spart“ ab August monatlich eine halbe Million Euro an Duisburg Schulen

Mai 2018 – Fachgruppe Grundschule im Landtag: Der Landtagsabgeordnete Frank Börner traf sich mit Mitgliedern der Fachgruppe Grundschule im Landtag, um die aktuelle Situation an den Grundschulen nachvollziehen zu können.

Am Donnerstag, 17.05.2018, schickte die Fachgruppe Grundschule eine kleine Delegation in den Landtag, um dem Duisburger Landtagsabgeordneten Frank Börner die Auswirkungen des Lehrkräftemangels an Duisburger Grundschulen zu schildern. Dabei machten sie insbesondere auf die Situation der Schulen in “seinem” Wahlkreis Hamborn/Walsum aufmerksam.

Sie zeigten, dass die zum Mai ausgeschriebenen Stellen nur zu 25% besetzt wurden (24 von 96), mit stärkeren Auswirkungen in Stadtteilen wie Marxloh, Hochfeld und Bruckhausen. Leider sei das aber auch schon das beste Ergebnis der letzten 18 Monate gewesen und es sei zu erwarten, dass es auch in den nächsten 18 Monaten das beste bleiben werde.
Die “Talfahrt” bezüglich des Lehrkräftemangels werde laut Zahlen des Ministeriums bis zum Schuljahr 2024/25 weitergehen. Und dass, obwohl die Bedarfe steigen würden: Mehr Anmeldungen in den ersten Klassen, mehr Schüler*innen ohne Deutschkenntnisse, mehr Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf.

Die Kolleg*innen bekräftigten ihre Forderungen nach Aussetzen der schulscharfen Verfahren bei gleichzeitigen landesweiten Listenziehungen, die sich am Sozialindex und Unterhängen orientieren müssen, damit vermieden werden könne, dass in NRW zwei Grundschulsysteme – ein auskömmlich ausgestattes in ländlicheren Regionen und ein unterversorgtes an Rhein und Ruhr – auseinanderdriften. Es drohe nämlich eine sich verschlimmernde Belastungsdynamik unter den Lehrkräften und eine weiterhin zunehmende “Abstimmung mit den Füßen” der Eltern und Schüler*innen.
Außerdem bezifferten sie dem Landtagsabgeordneten die Summe, die das Land NRW ab August 2018 aufgrund unbesetzter Stellen in allen Duisburger Schulen “sparen” wird auf über 500.000 Euro – pro Monat!
Mit dem Geld ließen sich gute Ideen umsetzen, bei denen traditionell auf leere Kassen verwiesen werde: Ortszuschläge für Duisburger Lehrkräfte, eine Verbesserung der berufsbegleitenden Qualifizierung der Lehrkräfte ohne vollständige Lehramtsausbildung, Entfristung der Schulsozialarbeit u. v. m.

Der Landtagsabgeordnete Börner zeigte Sachkenntnis, sagte Unterstützung zu und regte an, sich ab jetzt jährlich zu treffen – das nächste Mal aber an einem für die Mitglieder der Fachgruppe schneller erreichbaren Ort: In Hamborn oder Walsum.