Arbeit in Integrationskursen: Im sozialen Abseits!

GEW-Schwarzbuch: Prekäre Arbeit in der Weiterbildung

Bildung, das Erlernen der deutschen Sprache und das Kennenlernen politischer Grundstrukturen sind elementare Voraussetzung für gesellschaftliche Integration. Über 17.000 Dozent*innen leisten in den Integrationskursen diese gesellschaftlich notwendige Arbeit, unter prekären Beschäftigungsbedingungen. Das Schwarzbuch der GEW gibt Auskunft über die Arbeit in diesen staatlich organisierten und geförderten Kursen, über den oft bewundernswerten Einsatz der Kolleginnen und Kollegen, die hier arbeiten, und über ihre skandalös niedrige Bezahlung bei ungesicherten Status und oftmals ohne soziale Absicherung. Die GEW setzt sich Jahren dafür ein, diesen Missstand zu beheben und die Betroffenen aus dem sozialen Abseits zu holen.
Arbeit in Integrationskursen: Im sozialen Abseits!

Foto: Africa Studio/fotolia.de

Schwarzbuch „Weiterbildung“

Anknüpfend an die Darstellung der  prekären Arbeitsverhältnisse im staatlich organisierten Weiterbildungsbereich hat die GEW ein weiteres Schwarzbuch zum Thema „Arbeit in Integrationskursen“ veröffentlicht und verweist auf einen handfesten gesellschaftlichen Skandal. Lehrkräfte und Dozent*innen, die für die Vermittlung der deutschen Sprache für Migrant*innen im Rahmen der Integrationskursverordnung (IntV) tätig sind, werden selbst ins soziale Abseits gedrängt. Dieses Unrecht geschieht in staatlicher Regie auf Bundesebene, denn die Steuerung der Integrationskurse erfolgt durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das wiederum den Weisungen des Bundesinnenministeriums (BMI) zu folgen hat. Die GEW fordert, die Weiterbildung endlich zur vierten Säule des deutschen Bildungssystems auszubauen. Dafür ist eine solide Finanzierung des Weiterbildungsbereiches erforderlich. Gute Weiterbildung braucht gute Arbeitsbedingungen. Die Bundesregierung soll den Branchentarifvertrag „Weiterbildung“ für allgemeingültig erklären. Für Lehrende, die Integrationskurse für Migranten anbieten, ist ein Mindesthonorar von 30,- Euro pro Unterrichtsstunde angemessen.