Master garantieren!

65.000 neue Studienplätze geplant

Die Landesregierung hat im Rahmen des Hochschulpaktes für die kommenden Jahre bis zu 700 Millionen Euro bereitgestellt. Mit diesem Geld sollen 65.000 zusätzliche Masterplätze bis 2020 geschaffen werden. Der Bedarf ist hoch und wird auch in den nächsten Jahren nicht weniger.
Master garantieren!

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Immer wieder stoßen Studierende nach einem Bachelorabschluss bei der Suche nach einem entsprechenden Masterstudienplatz auf große Schwierigkeiten. Jüngste Entwicklungen und Prognosen zeigen, dass der Bedarf weiterhin hoch bleiben wird – der sogenannte Plateau-Effekt greift. Umso wichtiger ist es, eine Verstetigung der Mittel auch über 2020 hinaus zu sichern: Damit auf der einen Seite die geschaffenen Masterstudienplätze erhalten bleiben und auf der anderen Seite Fachhochschulen und Universitäten Beschäftigte unbefristet einstellen können. Denn zeitliche Befristung von Geldern zieht häufig die zeitliche Befristung der zu schaffenden Stellen nach sich, was in keiner Weise einem Kodex Gute Arbeit an Hochschulen gerecht wird.

Nur mit Master ans Ziel

Mittel aus dem Förderprogramm Masterstudienplätze sind ausdrücklich auch für die Schaffung derselben in den Lehramtsstudiengängen vorgesehen. Die GEW NRW erwartet von den Hochschulen, dass die Gelder auch dafür genutzt werden. Das Recht auf einen Masterplatz für Bachelorabsolvent*innen eines Lehramtsstudiengangs muss garantiert sein, da der ordentliche Zugang zum Vorbereitungsdienst für alle Lehrämter nur mit einem Masterabschluss möglich ist. Doch nach dem Bachelorabschluss stehen unzählige Studierende in NRW ohne Masterstudienplatz da. Wenn die Anzahl der Studierenden, die sich auf einen Masterstudienplatz bewerben, die Anzahl der Plätze um ein Vielfaches übersteigt; wenn Masterplätze nach weiteren Zugangsbedingungen vergeben werden; wenn man „nicht alle Bewerber versorgen könne, da man sich sonst den Ruf ramponieren würde“ (Süddeutsche Zeitung vom 13. Oktober 2012), dann ist das ein unhaltbarer Zustand! Die Situation wird in keiner Weise dem Anspruch von Chancengerechtigkeit und freiem Zugang zu Bildung gerecht.

Bachelor anerkennen – ohne Einschränkungen!

Die GEW NRW fordert grundsätzlich, dass Bachelorstudierenden ein Masterstudienplatz garantiert wird – und zwar ohne Verzögerung an der eigenen Hochschule im Anschluss an einen bestandenen Bachelor sowie ohne Beschränkung oder weitere Zulassungsbedingungen. Dazu gehört auch eine uneingeschränkte Anerkennung der Bachelorabschlüsse an allen Hochschulen. Ein erzwungener Umzug bedeutet für Studierende, dass sie hohe Kosten haben, Zeitverluste in Kauf nehmen und sich auf ein neues System mit zum Teil deutlich abweichenden Studienausrichtungen einstellen müssen – und das für eine relativ kurze Studienzeit von eineinhalb bis zwei Jahren. Die volle und direkte Anerkennung der im Bachelor erbrachten Leistungen ist zudem häufig nicht gewährleistet.

Für viele Studierende sind diese Umstände eine nahezu unüberwindliche Hürde auf dem Weg zu einem angestrebten Masterabschluss. Um die Studienhindernisse abzubauen, gehört zu einem Förderprogramm Masterstudienplätze auch, dass das Land sich für eine frühere Erhöhung der BAföG-Sätze sowie für eine Änderung hinderlicher Vergabevoraussetzungen einsetzt.

Förderprogramm richtig umsetzen

Mehr als 60 Prozent aller Bachelorstudierenden möchten im Anschluss einen Master absolvieren. Der Bachelor ist weder in der Wirtschaft noch in der Gesellschaft oder bei Studierenden so anerkannt, wie man sich das bei der Einführung vorgestellt hat. Daher braucht es für die Sicherstellung von Masterstudienplätzen aller Fachrichtungen in ausreichender Anzahl und Qualität mehr als die jetzt bereitgestellten Gelder. Es ist ein sorgfältiges Monitoring erforderlich und eine vorausschauende Landeshochschulentwicklungsplanung. Es reicht bei Weitem nicht aus – wie von der CDU gefordert – sich mit der Wirtschaft abzustimmen. Schließlich sollte es an den Hochschulen auch um Bildung und Teilhabe gehen. Aus Sicht der GEW NRW ist es daher auch nicht sinnvoll und im Sinne einer planvollen landesweiten Steuerung zielführend, den Fachhochschulen und Universitäten freie Hand bei der Umsetzung des Förderprogramms Masterstudienplätze zu lassen.     

Maike Finnern // In: nds 10-2014