Studierende brauchen Sicherheit

Auslaufen der bisherigen Lehramtsstudiengänge

Derzeit wird in Nordrhein-Westfalen das Lehramtsstudium auf landesweit einheitliche Bachelor/-Master-Studiengänge umgestellt. Die Übergangsfristen sind äußerst knapp bemessen, sodass Studierende der alten Studiengänge gezwungen sind, ihr Studium in kürzester Zeit zu beenden.

Die Landesregierung plant eine Überarbeitung der Auslaufregelungen im Rahmen der derzeit laufenden Reform des Lehrerausbildungsgesetzes. Ursprünglich sollte diese Reform schon im Frühsommer dieses Jahres abgeschlossen sein, verzögert sich nun aber voraussichtlich bis zum Frühjahr nächsten Jahres.

„Die Entscheidung, die Übergangsfristen zu verlängern, muss jetzt getroffen werden, das Gesetzgebungsverfahren kann nicht abgewartet werden.“, fordert Dorothea Schäfer, Vorsitzende der GEW NRW.

Insbesondere von der Verzögerung betroffen sind Studierende der Lehrämter Grund-, Haupt- und Realschule, sie müssen nach aktueller Regelung bis zum Ende des Sommersemesters 2016 ihre Erste Staatsprüfung abgeschlossen haben. Auf Grund der Abläufe in Hochschulen und Prüfungsämtern muss mitunter bereits im Oktober dieses Jahres das Studium weitgehend absolviert sein. Dies sei, so Dorothea Schäfer, für viele Studierende, die beispielsweise während des Studiums arbeiten mussten, länger erkrankt waren, sich hochschulpolitisch engagiert, ein Auslandssemester absolviert oder eine Familie gegründet haben, unzumutbar.

Zudem biete die kurze Übergangsfrist den Studierenden keinen Raum sich auf aktuelle   Herausforderungen in den Schulen vorzubereiten, denen in ihren Studienordnungen oft nicht Rechnung getragen wird, wie die Beschulung von Flüchtlingen, Inklusion oder die Vermittlung von Deutsch als Zweitsprache.

Auch die Universitäten stellt der zu erwartende Prüfungsansturm vor große Herausforderungen. Mehrere Universitätsleitungen haben sich bereits öffentlich für eine  Verlängerung der Übergangsfristen ausgesprochen.

Die Studierenden bräuchten jetzt die Sicherheit, dass sie ihr Studium auch beenden könnten, so Dorothea Schäfer. Eine Gesetzesänderung im Frühjahr 2016 sei für die Betroffenen längst zu spät. Daher ist es aus Sicht der GEW NRW dringend geboten, jetzt Perspektiven zu schaffen.